Gründung des Vereins „Holweider Selbsthilfe e. V.“

Anfang der 80er Jahre begann sich die bis dahin ausgewogene Mieterstruktur in der Siedlung zu verändern. Erste Signale waren die hohe Fluktuation und die Unzufriedenheit der Mieter.

Um dem entgegenzuwirken, initiierte die Wohnungsgesellschaft „Grund und Boden“ in Kooperation mit dem damaligen Amt für Wohnungswesen ein Projekt zur Mieterberatung. Zu diesem Zweck wurde in der Siedlung eine Zweizimmerwohnung zur Verfügung gestellt.

Zeitgleich existierte eine aktive Elterninitiative, die von Frau Metzinger, einem der späteren Gründungsmitglieder der „HoSe“, maßgeblich unterstützt wurde.

1984 wurde aus der Elterninitiative eine Gruppe von 20 aktiven Bewohnern, die eigenständig Kontakte zu Verwaltung, Politik, den Einrichtungen vor Ort und vor allem zu den Kirchengemeinden suchte. Unterstützt wurde die Initiative durch den bei der „Grubo“ (Grund und Boden) angestellten Sozialarbeiter Thomas Münch und dem evangelischen Pfarrer Erhard Himmeröder.

1986 wurde der Verein mit dem Ziel gegründet, die Wohn- und Lebensbedingungen in der Siedlung zu verbessern. Frau Metzinger wurde zur 1. Vorsitzenden gewählt. Ihr Stellvertreter wurde Pfarrer Erhard Himmeröder. Der Verein wuchs stetig und hatte 1987 schon 100 Mitglieder.

Um die verschiedenen Aktivitäten, wie Frauengruppe, Seniorengruppe, Beratungsgruppe für SozialhilfeempfängerInnen und Arbeitslose koordinieren zu können, mietete der Verein 1987 ein Ladenlokal mitten in der Siedlung an. Finanziert wurde der Verein über Mittel des Selbsthilfetopfs der Stadt Köln sowie Spenden und Mitgliederbeiträge. Die evangelische Kirchengemeinde unterstützte die Arbeit durch einen Mitarbeiter aus der Gemeinde.

1988 wurde die erste ABM-Stelle für einen Sozialarbeiter eingerichtet und ein weiteres Ladenlokal in der Gerhart-Hauptmann-Straße 31 angemietet. Darin wurde ein Raum zur Sozialberatung eröffnet, die Krabbelgruppe eingerichtet, das erste Möbellager in den Räumen der Piccoloministraße 528 eingerichtet und mit Unterstützung des Diözesanrates der Katholiken ein Bus für 24 Personen angeschafft.

Durch die Mitarbeit der Evangelischen Kirchengemeinde konnten die ersten Familienfreizeiten, Frauenwochenenden und Kinderfreizeiten mit finanzieller Unterstützung der Evangelischen Landeskirche durchgeführt werden.

1990 wurde der „Holweider Selbsthilfe e. V.“ im Rahmen eines Modellprojekts, das vom Wohnungsamt der Stadt Köln initiiert wurde, in die sozialräumliche Arbeit mit einbezogen.

Die weitere Entwicklung der Holweider Selbsthilfe kann in der Chronik nachgelesen werden. Im Jahr 2000 schloss die Holweider Selbsthilfe mit dem Amt für Wohnungswesen der Stadt Köln einen Kooperationsvertrag, der die Angebote und die Arbeit in der Siedlung festlegte.

Grundlage der Arbeit war die Gemeinwesenarbeit. Ihr Ziel war und ist die Förderung von Kommunikationsmöglichkeiten und die Stärkung der nachbarschaftlichen Strukturen, der Partizipation der Bewohner und der Aufbau eines unterstützten Netzwerkes.